Der Handel im Wandel

Der Handel im Wandel

Rund 350 Teilnehmer aus Handel und Produktion erhielten an der 7. GfK Handelstagung Einblick in die Dokumentation "Detailhandel Schweiz 2018". Es wurde deutlich, dass der Handel noch immer im Wandel ist und Anpassungen unumgänglich sind.

Verhalten optimistische Prognosen
Die von GfK veröffentlichten Zahlen und Fakten zum Detailhandel Schweiz zeigen nach einem Wachstum von 1.6% zwischen 2000 und 2009 einen Umsatzverlust von 0.7% zwischen 2010 und 2017. Im letzten Jahr resultierte ein Minus von 0.9%, der Gesamt-Detailhandelsumsatz 2017 beläuft sich auf 91.5 Mrd. Franken. Dieser Umsatzrückgang hat zu Filialschliessungen geführt – seit 2010 sind 6'000 Verkaufsstellen geschlossen worden. Die Branche Schuhe/Fashion hat zwischen 2014 und 2017 rund 700 Filialen geschlossen, ebenso der Non-Food-Fachhandel (unter anderem Multimedia) und Medien/Bücher. Die Umsatzgewinner des letzten Jahres waren Lidl (+10.4%), Digitec/Galaxus (+18.5%), kKisok (+19.2%) und Ottos (+6.5%). Unter den Verlierern finden sich H&M (-5.3%), Globus (-5.2%), Maxi Bazar (-4.2%) und Conforama (-3.2%). Zum ersten Mal wurden auch die Leerstände in den Shopping Centern erhoben, welche sich auf 8.2% belaufen.

Erstaunlich ist die Entwicklung der Tankstellen- und Convenience-Shops, welche 2017 zum ersten Mal gleich viele Filialen wie die Lebensmittelgeschäfte zählen. Die Prognosen für das laufende Jahr sind verhalten optimistisch; die GfK rechnet damit, dass die Negativspirale der Umsatzentwicklung gestoppt werden kann.

Omni-Chanelling und Partnerschaften
Im Weiteren wurden die Themen Einkaufsverhalten der Zukunft, Erlebnis, Digitalisierung und Convenience im Detailhandel besprochen. Patrick Kessler, Präsident VSV, befasst sich mit der Frage, ob Marken den Handel noch brauchen. Er geht davon aus, dass Marken ihre Direktverkäufe (online und offline) zukünftig stark steigern werden, um insbesondere auch Kundendaten sammeln zu können. Jérôme Gilg, CEO Jumbo-Markt AG, zeigte eindrücklich auf, wie der Baumarkt seit diesem Jahr konsequent auf Omni-Channeling setzt und sich strikt danach ausrichtet. Sämtliche Kanäle sind in einem Zusammenspiel zu sehen, insbesondere ist es sinnvoll Partnerschaften einzugehen.

Mit den Übernahmen von Vögele Shoes, Office World und Athelticum durch ausländische Händler sowie dem Rückzug von OVS aus dem Schweizer Markt bleibt Wincasa als grösster unabhängiger Shoppingcenter Betreiber weiterhin gefordert.

Foto: GfK Switzerland

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