Immobilien-Akteure sind aus dem Dornröschenschlaf erwacht

Immobilien-Akteure sind aus dem Dornröschenschlaf erwacht

Am 8. Juni 2017 fand zum zweiten Mal die IFZ-Konferenz „Digitalisierungsbarometer: Die Immobilienbranche im digitalen Wandel“ statt. Die Studie misst den Stand der Digitalisierung in der Schweizer Immobilienbranche.

Hohe Erwartungen an den Informationsaustausch
Prof. Dr. Markus Schmidiger, Leiter CC Immobilienmanagement an der Hochschule Luzern, spannteden Bogen zu den gesellschaftlichen Veränderungen. Neue Technologien ermögliche früher (Buchdruck Gutenberg) wie heute (Facebook) einen schnellen und günstigeren Informationsaustausch. Die Erwartungen an die Digitalisierung sind hoch: Es wird ein vereinfachter, sicherer, konsistenterer Informationsaustausch erwartet.

Die Digitalisierung ist bei den rund 1780 Befragten Akteuren angekommen – jedoch in unterschiedlich starker Ausprägung:

  • Bei international ausgerichteten Unternehmen ist das Thema stärker (z.B. in der Unternehmensstrategie) verankert als bei national agierenden.
  • Fachplaner setzen Digitalisierungsmethoden wie BIM selbstverständlicher ein als Architekten.
  • Immobilieninvestoren sind gegenüber den neuen digitalen Möglichkeiten wie BIM zurückhaltender eingestellt. Sie verstehen das BIM-Potenzial für sich noch zu wenig.

Unterschätzt wird jedoch die Dynamik und die Geschwindigkeit des technologischen Wandels.

Der BIM-Hype ist im vollen Gange
BIM optimiert heute v.a. Bestehendes (Prozesse), Potenziale werden noch zu wenig erschlossen. Neue Geschäftsmodelle, Produkte und Dienstleistungen – aber auch die Veränderungen in den Kundenbeziehungen – werden erst für die Zukunft gesehen.

Ernst Janzen, Teamleiter Flächenmanagement / CAFM bei Wincasa, thematisierte Fragestellungen und erste Praxiserfahrungen von BIM im Facility Management. Neben der Verfolgung der Ziele:

  • den Informationsverlust zwischen Bau und Betrieb vermeiden
  • die Zuständigkeiten in der Modellierung klären
  • die Anforderungen an das FM-Modell und die Informationstiefe definieren
  • den Einsatz von Open bzw. Closed BIM prüfen
  • die Rolle von Kooperationen klären

plädiert er dafür, vorhandene Technologien pragmatisch und sinnvoll einzusetzen, ohne dabei den Blick nach vorne zu verlieren. Mehr dazu finden Sie auch im Fachartikel von Rico Colombarolli, Fachspezialist Flächenmanagement/CAFM bei Wincasa.

Faktor Mensch bleibt
Man war sich einig, dass es de zentralen „Faktor“ Mensch weiterhin braucht, Berufsbilder sich aber verändern werden. Dr. Hans-Peter Näf, Bereichsleiter Human Resources von Wincasa, führte aus, wie der digitale Wandel unsere Arbeit beeinflusst. Die digitale Transformation muss aktiv gestaltet werden und die Mitarbeitenden müssen geschult werden. Mehr dazu finden Sie im entsprechenden Fachbeitrag.

Auch andere Referenten betonten die Wichtigkeit von Kollaborationen in flexiblen, agilen Teams. Diese werden nicht nur aus „eigenen“ Mitarbeitenden sondern auch Kunden und Kooperationspartner wie Startups bestehen.

Kurz gesagt: Die Anforderungen ändern, die Menschen bleiben.

Foto: Hans-Peter Näf, Ernst Janzen

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