Retail Forum 2016 – Hat der stationäre Handel noch eine Berechtigung?

Retail Forum 2016 – Hat der stationäre Handel noch eine Berechtigung?

Die Herausforderungen bleiben
Am 10. November 2016 fand zum 6. Mal das Retail Forum Switzerland statt, organisiert vom Swiss Council of Shopping Center in Zürich.
Laut GFK Switzerland steht der Schweizer Detailhandel weiterhin vor zahlreichen Herausforderungen: Die Währungsthematik, die Auslandeinkäufe, der Onlinehandel sowie Herausforderungen mit neuen Vertriebskanälen standen am Anlass im Mittelpunkt.
Auch im 2016 - prognostizieren die Fachleute - muss der Schweizer Detailhandel mit Umsatzeinbussen gegenüber dem Vorjahr von rund 1.4% bis 2.0% rechnen. Hauptverursacher ist nicht mehr der Food sondern inzwischen sind die Nonfoodmärkte mehrheitlich betroffen. Man geht davon aus, dass im Jahr 2020 der wertmässige Anteil des Online- und Versandhandels im Schweizer Detailhandel im Food / Nearfood von aktuell 1.8% auf 3.0% steigen wird und im Nonfood von heute 14.0% auf 21.0%. Die bereits bekannten Onlineanbieter wie Amazon, Zalando, Alibaba, Siroop etc. rüsten weiter auf und treffen genau den Puls der Konsumenten.

Hat der stationäre Handel überhaupt noch eine Berechtigung?
Auf jeden Fall! Eine disruptive Handelsveränderung muss stattfinden. Die Anforderungen haben und werden sich weiter verändern. Dies ist am Beispiel des Musikhandels am einfachsten zu verfolgen: Im Jahr 2005 haben noch 99% der Konsumenten physische Tonträger erworben, im 2014 ist der Anteil bereits auf 56% gesunken und heute kauft noch eine Minderheit einen physischen Tonträger. Der Streaming- und Downloadanteil gewinnt immer mehr und dominiert den Markt.

Gefragt sind Inspiration und Lebensgefühl
Kein Kunde kommt mehr in den Laden, um Waren zu kaufen, er will ein Lebensgefühl erwerben. Schaffen wir es, dem Kunden einen hohen Inspirationsgrad zu bieten, dann kauft er mehr. Dann steht der Preis auch nicht mehr im Vordergrund und die Verweildauer steigt. Dafür müssen wir nicht nur unsere Läden „entstauben“ sondern auch die Mitarbeitenden dabei nicht vergessen. Inspiration muss sich auch im Kopf und im Herz festigen. Schnelligkeit wird zentral. Das Tempo der Veränderungen wird viel schneller, die Konsumenten von heute sind orientiert, ständig aktuell informiert und wollen als erste dabei sein. Eine Hakermentalität macht sich breit: Sofort ausprobieren, nicht lange studieren. Deshalb muss man bereit sein für den Ansturm, sei es off- oder auch online. Räume werden plötzlich neu definiert, neue Angebotsformen rollen über uns wie Uber, Air BnB und vieles andere. Pokemon Go ist erst der Anfang - inszenierte Welten sind gefragt. Perspektiven verändern, Langeweile eliminieren - der Laden muss sich laufend verändern und ganz wichtig zu all dem: Das Personal muss eine Geschichte erzählen können. Neue Opportunitäten kommen, „Ich bin stolzer Besitzer einer Vynilplatte, ich habe eine Schallplatte physisch erworben“ das können die neuen Glücksgefühle sein. Online ist nicht alles, „online goes offline“. Amazon, Outfittery und weitere Online Anbieter eröffnen eigene Läden. Der Ort wo man Freunde trifft, wo man eine Story erzählt bekommt und mit Inspiration sein Lebensgefühl wiederfindet, das ist der stationäre Handel. Und dieser wird immer seine Berechtigung haben - wenn er sich laufend verändert.

Unser Center Management Team steht bei Fragen und Anregungen gerne zur Verfügung.

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