Der Wandel im Portfolio-Management – neue Anforderungen an Immobilien-Dienstleister

Der Wandel im Portfolio-Management – neue Anforderungen an Immobilien-Dienstleister

Unter dem Titel “Brennpunkt Immobilienmarkt: Geht uns bald die Luft aus?” fand am 12. März 2015 in Baden bereits zum 6. Mal das Svit Real Estate Symposium statt. Dabei versuchten hochkarätige Redner in Ihren Referaten Hinweise zu geben und Thesen aufzustellen, in welche Richtung die Reise gehen könnte.

Welche neuen Herausforderungen der aktuelle Wandel und die gestiegene Komplexität für Investoren und deren Immobilien-Dienstleister mit sich bringt, zeigte Bruno Kurz auf, Bereichsleiter Letting & Investment Advisory, Wincasa. Gefragt sind eine höhere Professionalisierung des Schweizer Immobilien- und Portfolio- Managements. Das heisst steigende Anforderungen an interne Stellen bei den institutionellen Investoren. Aber auch neue Dienstleistungen bei den Immobilien-Dienstleistern, welche die steigenden Bedürfnisse von Investoren treffen. Stichworte hier sind: Risikoanalysen auf Stufe Portfolio, Leerstandsmanagement, Bestandsentwicklung und Revitalisierung sowie Potentialanalysen von Liegenschaften. Kurzum ein Ausbau von Dienstleistungen entlang des Lebenszyklus einer Immobilie.

Prof. Dr. Donato Scognamiglio stellte provokativ die Frage: „Wem glauben Sie noch?“. Seit dem SNB-Entscheid des 15.1.2015 zur Aufhebung des Euro-Mindestkurses ortet er ein Vertrauensproblem, das gekoppelt mit negativen Zinsen die Finanz- und Immobilienmärkte auf den Kopf stellt.

Dass auch die Prognosen der Konjunkturforschungsinstitute vor diesem Hintergrund rasch überholt waren und sich permanent anpassen, bestätigte Dr. Stefan Leist vom SECO. Galt für 2014 noch ein Wachstum der Bauinvestitionen von 1%, sind diese Vorhersagen mittlerweile überholt. Die Baudynamik ist bereits nachlassend.

Die Immobilienmärkte sind in Bewegung. Gefragt sind Innovationen und Insights zur Zielgruppe. Claude Ginesta, CEO Ginesta Immobilien, zeigte auf, dass heute durch neue Kommunikationsmittel alles schneller geht. Die Digitalisierung kann für Bereiche der Immobilienwirtschaft wie das Maklergeschäft durchaus auch ein Risiko darstellen. Als neue Trends sieht  Peter Steiner, VR-Mitglied Steiner Gruppe, Crowd oder Clubdeal Financing für Developments, Nachhaltigkeit mit dem „craddle-to-craddle“-Ansatz, Verdichtung und Durchmischung in der Urbanisierung von Städten.

In einem solchen von Wandel stark geprägten Umfeld ist es wichtig, sich auf die Grundwerte des Erfolgsmodells Schweiz zu besinnen, argumentierte Roger Köppel, Chefredaktor und Verleger Weltwoche. Direkte Demokratie, Föderalismus und Neutralität gekoppelt mit Eigenverantwortung und Freiheit seien wichtige Orientierungshilfen.

Dass trotz zunehmender Regulierung und in einem Tiefzinsumfeld mit der Erschliessung von Geschäftsfeldern in neue Märkte sowohl international, nutzerspezifisch oder mit Spezialthemen wie Living Services erfolgreich und smart investiert werden könne, zeigte Dr. Beat Schwab, Head of Real Estate Management Credit Suisse, auf. Wie hoch der Kapitalzustrom in die indirekten Immobilienprodukte ist, belegte er anhand der mittlerweile hohen Agios von bis zu 40% oder einer 26-fachen Überzeichnung bei einer Kapitalerhöhung eines bestehenden Anlagevehikels.

Bei der Stadtentwicklung nach innen kommt es auf die Standortqualität, Kooperation und Kommunikation an, erläuterte Thomas Stauber, Geschäftsleitungsmitglied Mobimo Management AG. Potentiale in der Entwicklung stellen die zukünftig erwartete Zunahme von 1- bis 2-Personenhaushalten sowie die Optimierung des Ausbaustandards nach dem Motto „reduce-to-the-max“ dar.

Am Ende des Tages waren sich alle Referenten in folgendem Punkt einig: Trotz etwas düstererem volkswirtschaftlichen Umfeld überwiegen die Chancen, gefragt sind innovative und integrale Lösungsansätze, die zur Nachhaltigkeit in den Immobilienmärkten beitragen.

Die Referate finden Sie auch unter folgendem Link.

 

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