NZZ Real Estate Days: Immobilienmarkt Schweiz die wichtigsten Trends & Insights

NZZ Real Estate Days: Immobilienmarkt Schweiz die wichtigsten Trends & Insights

Bildlegende (Podiumsdiskussion, Bild oben von links nach rechts): Markus Graf/CEO Swiss Prime Site Group, Beat Schwab/Head Real Estate Asset Management
Schweiz Credit Suisse, Martin Signer/Head Real Estate Swiss Life Asset Managers und René Zahnd/Geschäftsbereichsleiter „Modernisierung & Development“ Implenia

Die Verfassung des Immobilienmarktes Schweiz, die zunehmende Regulierung sowie die Raumplanung waren die Schwerpunktthemen am diesjährigen „get-together“ der Schweizer Immobilienszene an den NZZ Real Estate Days vom 30. und 31. Oktober 2014.

Rund 170 Teilnehmer trafen sich an der zweitägigen Veranstaltung im Grand Hotel Quellenhof in Bad Ragaz zum Networking und Austausch über die aktuelle Lage auf dem Schweizer Immobilienmarkt. Wincasa war zusammen mit dem Mutterhaus Swiss Prime Site gemeinsam vor Ort vertreten.

Die Prognosen für den Immobilienstandort Schweiz sind grundsätzlich gut. Folgende Trends und Erkenntnisse wurden an den NZZ RED diskutiert:

Immobilienmarkt spielt eine Schlüsselrolle beim Thema Finanzstabilität
Die in letzter Zeit häufigen Äusserungen der Nationalbank zum Immobilienmarkt sind vor dem Hintergrund zu sehen, dass dem Hypothekar- und Immobilienmarkt eine Schlüsselrolle zur Finanzstabilität zukommt. Rund 44% der Haushaltsvermögen sind in Immobilien investiert. Diese sind wiederum stark fremdfinanziert. Die diesbezüglichen Kredite im Verhältnis zum Bruttoinlandprodukt (BIP) betragen zur Zeit  in der Schweiz 180%, in der Eurozone lediglich 120%. In der Schweiz liegen die Preise für Wohneigentum aktuell 20% über denjenigen für  Wohnmiete. Die Regulatoren wollten diesem Ungleichgewicht mit verschiedenen Massnahmen (u.a. straffere Eigenmittelunterlegungen) begegnen. Dies hat zwar über die letzten Monate zu einem abflachenden Hypothekarwachstum geführt, dieses beträgt jedoch nach wie vor rund 4% pro Jahr.  
(Dr. Robert Bichsel, Leiter Bankensystem Schweizer Nationalbank)

Bestandesimmobilien und  Agglomerationsgürtel als Chancen
Aus dem Entwicklungsbarometer von Wüest&Partner geht hervor, dass die Chancen im Immobilienmarkt Schweiz bei der Entwicklung von Bestandesimmobilien aus den Baujahren 1950-1980 und vor allem im Agglomerationsgürtel der Kantone Zürich, Bern, Waadt, Aargau und St. Gallen liegen. Gelitten hat die Nachfrage bei kommerziellen Mietflächen. Das preisliche Angebot an Bauland ist weiterhin teuer.
(Marcel Scherrer, Wüest & Partner)

Immobilieninvestments aus Renditeüberlegungen weiterhin interessant
Die Schweiz macht rund 2% des globalen Immobilienanlagemarktes aus und ist ein für ausländische Investoren eher geschlossener Markt. Renditen in Europa sind eher am unteren zyklischen Ende und die Risiken bei Büroimmobilien nahe bei den historischen Höchstwerten. Dennoch sind Immobilieninvestments weiterhin hoch interessant. Vor allem, weil die Differenz zwischen Renditen von Immobilienanlagen und risikofreien Anlagen immer noch bei rund 2% liegt.
(Tom Lee, Head of Real Estate und CIO für EMEA bei BlackRock)

Regulierungsflut – ein Risiko für die Immobilienentwicklung & -marktdynamik
Die Investoren und Entwickler waren sich einig, dass mit der angestossenen Regulierungsflut ein Angriff auf liberale Werte und zunehmende Hürden für die Immobilien-Marktteilnehmer entstanden sind. Dies erhöht nicht nur den administrativen Aufwand, sondern kann auch dem beabsichtigten Ziel entgegenwirken. Als abschreckendes Beispiel wurde der Kanton Genf genannt.Trotz hoher Regulierung leidet Genf an einem schweizweit sehr tiefen Wohnungsleerstand gekoppelt mit unterdurchschnittlicher Qualität und Neubautätigkeit von Wohnliegenschaften. Bei der von vielen Parteien angestrebten Verdichtung der Städte stehen oft nachbarliche Hürden und Einsprachen im Weg, was die Verfahren verkompliziert und verzögert. Für Immobilienentwicklungen werden daher die langfristigen Entwicklungshorizonte, die behördlichen und nachbarschaftlichen Kontakte sowie kaum mehr beherrschbare Volksabstimmungen zu zunehmenden Risiken. Für die zukünftige Entwicklung des Schweizer Immobilienmarktes sind die Teilnehmer vorsichtig verhalten. Sie rechnen im Wohnmarkt mit einem Soft-Landing. Im Bürobereich sind trotz international vergleichbar tiefen Leerstandsquoten innovative Konzepte zur Umnutzung oder Wiedervermietung von leerstehenden Bürogebäuden gefragt.

NZZ Real Estate Award – für hervorragend unternehmerische Leistungen
Den NZZ Real Estate Award gewannen „PSP Swiss Property“ bei den börsenkotierten Unternehmen sowie „La Foncière“ bei den kotierten Immobilienfonds. Beide Gesellschaften zeichneten sich durch hervorragende unternehmerische Leistungen aus, welche unter anderem an der Kapitalmarktentwicklung, operativen Leistung sowie Transparenz gegenüber Anlegern gemessen wurde. Die Awards wurden durch den Jury-Präsidenten, Andreas Loepfe/Universität Zürich übergeben.

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